Gewalt gegen Mitmieter rechtfertigt Kündigung

 

Verletzt ein Mieter einen Hausbewohner durch einen gewalttätigen Angriff, darf der Vermieter ihm außerordentlich künden. So hat das Amtsgericht München in einem rechtskräftigen Urteil vom 18.11.2014 entschieden (Az.: 425 C 16113/14).

 

Die Klägerin hatte seit dem 01.04.2009 eine Einzimmerwohnung in München hat den Beklagten vermietet. Nach dem WM-Spiel Chile vs. Spanien am 14.06.2015 kehrte um 3 Uhr nachts ein Mitbewohner von einer Party zurück und fand den Beklagten im Treppenhaus liegend. Der Beklagte schrie dabei: "Ich will sterben, Hilfe, Hilfe!". Der Mitbewohner ging zum Beklagten und fragte, ob er helfen kann und einen Rettungswagen holen solle. Der Angesprochene sprang auf, packte dabei seinen Mitbewohner und würgte ihn. Danach schlug er zu und fügte dem Mitbewohner Wunden in Gesicht und Oberkörper zu. Als er sich losreißen wollte, packte der Beklagte den Mitmieter so, dass dieser hinfiel und sich weitere Verletzungen zuzog. Er musste einen Monat im Krankenhaus behandelt werden.

 

Die Vermieterin kündigte nach diesem Vorfall das Mietverhältnis fristlos, da der beklagte Mieter den Hausfrieden so schwer und nachhaltig gestört hat und die übrigen Hausbewohner nunmehr Angst vor ihm haben.

 

Im anschließenden Räumungsprozess gab das Gericht der Vermieterin Recht. Der Beklagte musste die Wohnung bis zum 31.03.2015 räumen.

 

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass bei der Anwendung von Gewalt gegenüber den übrigen Hausbewohnern das Interesse des Vermieters am Erhalt des Hausfriedens den Interessen des Mieters am Behalt der Wohnung vorgehen. Ein Vermieter muss nicht hinnehmen, dass die Hausgemeinschaft Angst vor einem gewalttätigen Mitmieter hat, auch wenn der Vorfall einmalig sein sollte.

 
 
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